#70 Meine Reise in die Ex-Zentren des IS
Shownotes
Eine neue Generation des Islamischen Staates (IS): Diese soll entstehen, wenn 13-jährige Buben in den Gefangenenlagern Roj oder Al Hol in Nordostsyrien dazu angestiftet werden, IS-Frauen zu schwängern. Das erzählt Aleksandra Tulej, stellvertretende Chefredakteurin der WZ, in dieser Podcast-Folge Host Petra Tempfer. Tulej war in der Nähe dieser Lager. Sie reiste Ende Februar in die Region Rojava – unmittelbar bevor das österreichische Außenministerium die Salzburgerin Maria G. und die Wienerin Evelyn T. aus dem Camp Roj abgeholt und zurück nach Österreich gebracht hat.
„Es gibt Frauen, die wollen nicht zurück", sagt dazu Tulej. Sie glauben, dass der Islamische Staat von neu auferstehen wird. Sich zu deradikalisieren, sei ebenfalls nicht so einfach: Viele IS-Frauen in den Gefangenenlagern seien noch immer radikal und greifen andere Frauen an, sobald sie merken, dass sich diese deradikalisieren wollen.
Eine Haft in Österreich, die Evelyn T. bereits angetreten hat und Maria G. droht, sei aber noch immer erstrebenswerter als eine Haft in Syrien, weil die Bedingungen hier um vieles humaner seien, sagt Tulej. Mit der Rückholung der Frauen gehe allerdings eine wesentliche Frage einher: Wie verfährt Österreich mit den Kindern dieser Frauen, die nichts anderes kennen als das Leben in den Lagern?
Produziert von „hört hört!“.
Weiterführende Links:
WZ-Video: Bericht aus Syrien
WZ-Text: IS-Camps in Syrien: Die Brutstätten der Radikalisierung
WZ-Text: Das Erbe des IS: die Sorgen in Syriens kurdischen Gebieten
WZ-Text: Warum die Lage für Syriens Frauen schlimmer werden könnte
European Union Terrorism Situation and Trend report 2024 (EU TE-SAT)
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