#71 Handy im Flugmodus – Blick auf die Schienen
Shownotes
Mit mehr als einer halben Milliarde Reisebewegungen in Österreich wurde im vergangenen Jahr ein neuer Fahrgastrekord in Bus und Bahn verzeichnet. Während die ÖBB heute um die Hälfte mehr Personen transportieren als vor 30 Jahren, ist der Personalstand im Konzern im selben Zeitraum von 60.000 um ein Drittel auf 40.000 gesunken. Die Gewerkschaft spricht von einer hausgemachten Personalnot durch eine zu restriktive Unternehmenspolitik in der Vergangenheit und von rund 4,5 Millionen Überstunden, die pro Jahr anfallen. Das sind pro Kopf im Durchschnitt zwei Überstunden pro Woche. Und gut die Hälfte der Bahnbeschäftigten muss Schichtarbeit leisten. Entsprechend hoch ist die Fluktuation, weshalb diverse Bahnjobs auf der Mangelberufsliste stehen: Zugbegleiter:in, Fahrdienstleiter:in, Wagenmeister:in, Verschieber:in, Buslenker:in . . .
Besonders Frauen werden gesucht, denn bei den Lokführer:innen zum Beispiel, wo allein für heuer noch 400 Ausbildungsplätze frei sind, kommen auf fast 4.400 Männer nur 140 Frauen. Eine von ihnen ist Vera. Die 40-Jährige stellt klar: Wer zur Bahn geht, hat einen sicheren Job. Darüber und über die große Verantwortung, die ihr Job an der Spitze eines oft mehrere tausend Tonnen schweren Zugs mit sich bringt, hat Vera mit WZ-Host Mathias Ziegler gesprochen, der gemeinsam mit WZ-Redakteurin Petra Tempfer durch die Folge führt.
Produziert von „hört hört!“.
Weiterführende Links
- Pünktlichkeitsstatistik der ÖBB
- 100 Jahre ÖBB – eine Bilanz (Fahrgäste und Personal)
- Güterzüge in Europa
- Bahnjobs in der Mangelberufsliste
- profil: Personalnot: ÖBB holen Mechaniker aus Tunesien
- Der Standard: Mit Mietwaggons und externer Instandhaltung will ÖBB zurück in den Taktfahrplan
- Buchtipp: Matthias Flödl & Alfred Klein-Wisenberg: „Einsteigen, bitte! 100 Jahre Österreichische Bundesbahnen.“ (Molden Verlag 2023; 198 Seiten; 40 Euro)
Neuer Kommentar